Zukunftsforum Assekuranz 2013: Zuversicht statt Resignation

16.10.2013

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Nie zuvor stand die Versicherungsbranche vor derart großen Problemen und Herausforderungen wie Solvency II, Niedrigzinspolitik, Honorarberatung und Provisionsdeckelung. Die Strategietagung „Zukunftsforum Assekuranz 2013" zeigte erforderliche Lösungsansätze, Strategien und Zukunftskonzepte auf.

(fw) Produkte zur privaten Altersvorsorge verkaufen sich eher schleppend. Zudem wird die Branche von Regularien wie Solvency II durchgeschüttelt, bangen die Makler angesichts von IMD 2 und der Diskussion um ihre Vergütung um ihre Zukunft. Die Bürgerversicherung ist zwar einstweilen durch das Ergebnis der Bundestagswahl ad acta gelegt worden. Doch die PKV leidet zurzeit unter einem schwachen Neugeschäft mit Vollversicherungen. In Kfz besteht für die Versicherer dringender Sanierungsbedarf, und das gilt auch für die Wohngebäudeversicherung. Wirklich gute Geschäfte werden dieser Tage hauptsächlich in Haftpflicht, Rechtsschutz und Unfall gemacht.

Also Grund zur Tristesse? Mitnichten, der Blick geht stattdessen nach vorne. Dies zeigte sich selten so deutlich wie auf dem Zukunftsforum Assekuranz 2013 vor wenigen Tagen in Köln. Spitzenmanager etlicher Unternehmen und Vertreter von Verbänden stellten in zahlreichen Referaten und Diskussionsrunden zwei Aspekte in den Vordergrund: Die Situation könnte zwar besser sein, doch man ist bereit und auch in der Lage, mit neuen Konzepten und viel Kreativität zu altem Wachstum zurückzukehren.

Dass die PKV nach wie vor hervorragend aufgestellt ist, wies Dr. Walter Botermann Vorstandschef des ALTE LEIPZIGER-HALLESCHE Konzerns nach. Auch vor dem demografischen Hintergrund. Generali-Holding-Vorstand Dr. Torsten Utecht, ERGO-Vorstand Dr. Johannes Lörper und Stuttgarter-Vorstand Dr. Guido Bader entwickelten Zukunftsszenarien für die Lebensversicherung. Wie sowohl Kfz als auch Komposit wieder in die Spur gebracht werden, zeigten AXA-Vorstand Rainer Brune, Zurich-CEO Ralph Brand und Allianz- Vorstand Jens Lison auf. Weitere Referenten beschäftigten sich mit der Kollektivversicherung (Dr. Marco S. Arteaga von Zurich) oder der Kapitalanlage (Dr. Robert Helm von MEAG und Gothaer-Vorstand Jürgen Meisch). Und immer wieder derselbe Tenor: Wer die richtigen Konzepte hat, wird auch in der Zukunft gute Geschäfte machen.

Dies gilt im Übrigen nicht minder für den Vertrieb. Zwar wurde – auch von BVK-Präsident Michael H. Heinz – heftig über Provisionsbeschränkungen diskutiert. Doch erstens sind diese wohl vorerst ohnehin vom Tisch. Und zweitens entstehen mittlerweile hochspannende neue Vergütungsmodelle, wie AfW-Vorstand Norman Wirth berichtete. Dass Edda Castello von der Verbraucherzentrale Hamburg einmal mehr die Parole von der Lebensversicherung als legalem Betrug herauskramte, wurde angesichts der sichtbar zunehmenden Verbraucherorientierung der Branche mit Fug und Recht eher amüsiert hingenommen.